Sind Plastikflaschen für den Menschen unbedenklich?

Unser Plastikkonsum ist kaum noch zu begreifen.

Bestellen wir uns etwas zu essen, wird die Mahlzeit in einem Plastikbehälter, mitsamt Plastikbesteck abgepackt, um im Anschluss noch mit einer oder zwei Plastiktüten umhüllt zu werden.

Eine entspannte Tasse Kaffee hat inzwischen zum Koffein-Mobil im Plastik-Kostüm gewechselt, damit wir uns in unserem eiligen Alltag ja nicht mehr hinzusetzen brauchen.

Wunderschöne Strände malen uns eher ein säuerliches Lächeln ins Gesicht, wenn wir auf dem sandigen Rasen Dosen, Verpackungen und anderen Müll liegen und schwimmen sehen.

Jedes Jahr wandern von den über 300 Millionen produzierten Tonnen Plastik zwischen 4 – 12 Millionen Tonnen über viele verschiedene Wege in unsere Ozeane [1,2]. Das ist eine enorme Menge! Vor allem unsere Flüsse sind der stärkste Lieferant. Der Jangtse Fluss in Asien trägt unter anderem als dreckigster Fluss mehr als 300.000 Tonnen pro Jahr davon in die nassen Riesen unseres Planeten. Aus vielen Gründen ist ein solches Thema ein großer Elefant, der gerne als Mücke vernachlässigt wird.

Moritz van der Borch
Autor Moritz von der Borch

Bleiben wir aber einen Moment egoistisch und betrachten wir das Thema von einer anderen Seite: Selbst wenn man von der generellen Verschmutzung und den Auswirkungen auf unsere Erde absieht – ist es eigentlich überhaupt eine gute Idee, sich seine Umgebung in Plastik verpacken zu lassen?

Auswirkungen

Plastik wird auf der Welt in rauen Massen verwendet und hat uns viele Bequemlichkeiten ermöglicht. Neben einem warmen Getränk für unterwegs, sind viele einmalig verwendbare Produkte, unter anderem in medizinischen Einrichtungen, ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags.

Doch oft sind solche Segen auf einer anderen Seite ein Fluch. Bekannt ist unter anderem ein Stoff namens Bisphenol A (BPA), der unter anderem hormonelle Effekte auf unseren Körper besitzen kann. Viele Studien haben sich mit diesem Thema bereits seit etwa 5 Jahrzehnten auseinandergesetzt und BPA als endokrinen Disruptor mit östrogenähnlichen Eigenschaften dargestellt [3,4].

Endokrine Disruptoren sind anders beschrieben Wirkstoffe, die in kleinsten Mengen einen großen Effekte auf uns haben können und unsere hormonelle Welt gerne mal auf den Kopf stellen können.

Dass eine solche Eigenschaft natürlich selten akut oder chronisch gewünscht ist, ist wohl nachvollziehbar. Auch Östrogen, das “weibliche Hormon“, ist nicht unbedingt etwas, das Männer, aber auch Frauen im Exzess besitzen wollen. Unter anderem wurde festgestellt, dass Östrogene bei Frauen viel mit Stress zu tun haben können [5].

Doch BPA ist nur einer von einer ganzen Liste an Stoffen, die in Plastik enthalten sind und unserer Gesundheit schaden können.

Aside from BPA and the various phthalates, a large number of additional additives to plastics have also raised both human health and ecological concerns but cannot be covered in detail here. The most problematic ones among these are polyhalogenated flame retardants, particularly polybrominated diphenyl ethers (reviewed in 22, 43, 100, 129), polyfluorinated compounds (reviewed in 4, 35, 36, 65), as well as nonyl phenol (reviewed in 11, 31, 95, 101), and antimicrobial compounds, particularly triclosan (reviewed in 1, 7, 16, 17, 128). Human exposures and body burdens of these compounds are driven by many products of daily use that go beyond the applications of plastics.

Studien zu Phthalaten, Flammenschutzmitteln und anderen möglichen Toxinen gibt es mehr als genug und wie bei vielen anderen Belastungen für den Körper (Beispiel: Schwermetalle), sind auch hier Leber und Co. schwer für unser eigenes Wohlergehen am Arbeiten – zumindest solange sie noch gut funktionieren.

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Plastik ist Plastik, bleibt Plastik

Was ist aber mit BPA-freiem Plastik?

Einige Studien hatten sich diese Frage gestellt und mussten feststellen, dass selbst ohne BPA viele ähnliche Effekte bei ihren Untersuchungen zu finden waren, wie bei regulärem Plastik. Auf der einen Seite ist BPA nicht das einzige “Teufelszeug“ in Plastik und auf der anderen Seite werden oft anstelle eines Mittels, einfach ein anderes verwendet. Besser muss es dabei nicht sein [6,7].

Ganz zu schweigen von einem weiteren Thema, das langsam in den Vordergrund dringt:
Kleinste Teile, sogenanntes Mikroplastik, kann sich von Verpackungen lösen und Trinkwasser, Nahrungsmittel und andere Inhalte mit kleinsten Teilchen durchdringen [8].

Wer mag aber schon gerne Plastik trinken? Was also tun?

Generell ist man mit Glasflaschen stets deutlich besser bedient, als mit Plastik.
Nicht nur trinkt man keine Plastikteilchen und hormonähnliche Toxine. Glasflaschen können leicht wiederverwendet werden, sind recycelbar und selten mit größerem Aufwand verbunden.

Vor allem werdende Mütter sollten Plastik vermeiden, da die Toxine das Kind leicht zu erreichen scheinen [9].

Hitze vermeiden

Muss man auf Plastik zurückgreifen, sollte man Hitze möglichst vermeiden.
Eine heiße Wasserflasche im Auto im Sommer löst viel leichter die Mittel aus dem Behälter, als im Kühlschrank.

Phthalates and BPA have received considerable attention because of the various facets of their proven toxicity in animal studies and because of their ubiquitous presence in the environment and in humans.
In 1936, BPA was termed an ‘environmental oestrogen’ when it was shown to stimulate the reproductive system by binding to oestrogen receptors in female rats (vom Saal et al. 2007). Exposure to high doses of BPA during pregnancy and/or lactation has adverse developmental effects, including reduced survival, birth weight, growth of offspring early in life and delayed onset of puberty in male and female rodents (NTP 2008). Mechanisms other than binding to the classical oestrogen receptors, which can stimulate cellular responses at low concentrations, also exist (Welshons et al. 2006). [Studie]

Die Wärme dient als wunderbarer Energielieferant, um das Wasser mit der Flasche reagieren zu lassen. Zwar ist es kein Weltuntergang, wenn man gelegentlich auf Plastik zurückgreifen muss – kulturelle Entwicklungen sind schließlich so wie sie sind – und unsere Leber und unser Körper sind unglaublich fähig, uns vor uns selbst zu schützen.

Doch abgesehen von den hormonellen und prodiabetischen Effekten auf Stoffwechsel, Taille und Wohlbefinden, dankt es uns unsere Umwelt und unser Umfeld.

In England wurde dieses Jahr ein Verbot für Strohalme und Ohrstäbchen ausgesprochen, um den Plastikmüll zu reduzieren [10]. Bakterien werden untersucht, die Plastik verstoffwechseln und Wohnhäuser werden aus altem Plastik gebaut [11,12].

Doch das alles hilft nur bis zu einem gewissen Punkt, wenn wir weiterhin so unbedacht nicht nur mit uns selbst, sondern auch mit unserem Heimatplaneten umgehen.

Übrigens: Viele Coffee Shops haben kein Problem damit, wenn Kunden ihren eigenen Becher mitbringen und befüllen diesen gerne – völlig ohne Plastik! Schmeckt doch gleich viel besser, oder?

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Leb dich gesund hilft dir

Es ist wichtig, dass wir uns mit unseren Konsumgütern intensiv auseinander setzen und uns die Frage stellen:

Schadet es mir, einem anderen Menschen oder der Natur? Ein dreifaches Nein, wäre die perfekte Antwort.

Doch noch müssen wir eine intensive Recherchearbeite leisten, um diesen Produkte leichter zu begegnen. Leb dich gesund hilft dir, schneller und müheloser diese Produkte zu finden und die Zusammenhänge für dich und deine Gesundheit besser zu verstehen.

Denn nur so, kannst du die volle Verantwortung für dich und deine Gesundheit übernehmen, sowie ganz nebenbei allen anderen helfen. Ein plastikfreieres Leben hilft deiner Gesundheit, schenkt dir ein gutes Gewissen und schützt die Natur. Drei Gründe schrittweise in die Veränderung zu kommen, um auch so eine höhere Lebensenergie zu gewinnen.