Leben wir noch saisonal?

Am besten frisch, gepresst oder gewürfelt in einer Schale! Mangos, Orangen, Papaya und Kaki sind lauter exotische Früchte die überall auf der Welt gerne verzehrt werden. Sieht so Saisonal leben aus?

Seit einigen Jahren wird der Biorhythmus des Menschen zu einem immer größeren Thema, wenn es um unsere Gesundheit geht. Licht spielt dabei genauso eine Rolle wie Temperatur, wann wir essen, wann wir mit anderen Menschen interagieren oder körperlich aktiv sind. Immer mehr wird aber auch darüber gesprochen, dass unsere Nahrungsmittel saisonalen Regeln folgen und dass eine Banane im Januar in Deutschland nicht unbedingt eine gute Idee sein könnte. Warum ist das aber so?

Biorhythmus – Der Bio-Beat der Welt

Wie im Konzept von lebdich-gesund bereits beschrieben, ist der Mensch ein Rhythmus-Wesen. Aber nicht nur der Mensch trägt stets seinen internen Beat mit sich herum. Die ganze Welt läuft nach einen Uhrwerk. Dinge haben einfach ihr spezielles Timing und unser Körper nutzt dafür alle Daten, die er kriegen kann, um aus ihnen einen Sinn zu für sich zu basteln. Schließlich muss er eine gewaltige Menge an Zellen jeden Augenblick aufeinander abstimmen.

Moritz van der Borch
Autor Moritz von der Borch

Ist es Tag, oder Nacht? Ist es Sommer, oder Winter?

Welche Prozesse müssen gerade aktiv laufen, welche können sich erholen? So wie Licht einen Einfluss auf unsere inneren Uhren besitzt, können Früchte, die nur im Sommer wachsen, ein Signal für die Sommerzeit sein und kühle Umgebungstemperaturen ein Zeichen für den Winter. Um sich das besser vorzustellen ein kleines Beispiel. Ist es Sommer, scheint draußen die Sonne und treiben uns die Außentemperaturen den Schweiß auf die Stirn, klingt ein Sprung ins kühle Nass nach einer wundervollen Idee.

Begeistert von unserem Einfall ziehen wir uns spontan Badesachen an und springen euphorisch in den nächstbesten See. Völlig erschrocken stellen wir aber auf einmal fest, dass das Wasser eisig kalt ist und wir neben einer Eisscholle auftauchen. Wir frieren erbärmlich und verstehen die Welt nicht mehr. Mühsam ziehen wir uns bibbernd aus dem eiskalten Nass und müssen uns erstmal von dieser frostigen Überraschung erholen. Für unseren Körper ist es mit seinem Biorhythmus ganz ähnlich. Nur, dass dabei die Reaktion auf die eiskalte Überraschung gerne mal entzündliche Signale und oxidativer Stress sind und die verrückte Welt den ganzen Organismus auf den Kopf stellen (stressen) kann. Dass wir im Winter daher nicht mitten in der Nacht unbedingt in unserem hell erleuchteten, geheizten Zimmer einen Obstsalat essen sollten, wäre nachvollziehbar.

Ist es draußen verschneit, bewölkt und sinken die Temperaturen in Richtung Nullpunkt, verändern sich viele Prozesse in unserem Körper. Die frühe Dunkelheit macht uns eher müde, die Kälte bringt unseren Körper dazu, Energie für Wärme zu verbrauchen und unser Vitamin D Spiegel wird nicht weiter aufgefüllt durch UV-Strahlung.

Saisonale Ernährung

Wenn wir über saisonale Ernährung reden, kommen wir unweigerlich am Thema Stoffwechsel nicht vorbei.

Produzieren unsere Kraftwerke, die sogenannten Mitochondrien, mehr infrarote Wärme durch Systeme wie UCP-1 (Uncoupling Protein 1), müssen sie dafür bestimmte Mechanismen verstärkt aktivieren. Dadurch verändert sich nicht nur allerhand entlang der Zellmembranen, sondern auch Signalkaskaden ticken anders und unser Bedarf an unterschiedlichen Nährstoffen kann sich ändern.

Während die Sommerzeit oft verbunden wird mit saftigen Fürchten voller Kohlenhydrate, sind Nahrungsmittel im Winter oft natürlich etwas knapper und bestanden gerne mal aus gelagerten Resten, Wild und Wurzelgemüse. Ist es draußen kalt, so die Theorie, brauchen wir Kraftstoffe wie gute Fette, um den Körper von innen warm zu halten und die ausreichend Energie liefern, damit unsere Zellen überhaupt die Heizung hochstellen können.

Schnee im Sommer

Unser Körper spürt, dass es kalt ist, bekommt die richtige Nahrung, stellt sich darauf ein und kann trotz frostiger Nase ganz gut mit seinem Umfeld zurecht.

Zumindest war das früher der Fall. Was ist aber mit unseren heutigen Zuständen und wie viel Sinn macht es tatsächlich, nicht nur regional, sondern auch saisonal Rezepte zu sammeln? Schnee im Sommer? Gibt man die Empfehlung an einen Menschen, das zu essen, was auf einem saisonalen Kalender steht, dann ist das vermutlich nur die halbe Geschichte. Während Supermärkte jeden Tag dafür sorgen, dass wir nicht vom Fleisch fallen, wurde bereits erwähnt, dass unser Körper nicht nur bei der Nahrung einen saisonalen Sinn besitzt. Selbst wenn sich also jemand stets an seinen regionalen Bauern des Vertrauens wendet und konsequent das kauft, was es gerade gibt, weiß sein Körper noch immer nicht unbedingt, ob es wirklich Winter ist.

Wenn das Zimmer auf Knopfdruck von der Temperatur her sich in der Karibik befindet und die Tage seltsamerweise etwa 15 Stunden in hellem Licht gebadet sind, spricht das nicht gerade für Väterchen Frost. Außerdem gibt es dank einer großen Datenbank an Studien über die positiven Effekte von Vitamin D eine große Menge an Menschen, die im Winter künstlich ihren Vitamin D Spiegel durch Nahrungsergänzungsmittel möglichst weit nach oben treiben. Studien gibt es jedoch auch, die nicht nur zeigen, dass Kälte physiologisch unsere Vitamin D Reserven nach unten treibt, sondern auch, dass UCP-1 und Vitamin D stark in Wechselwirkung stehen und sich gegenseitig in ihrer Funktion behindern können[1,2].

Wer aber friert schon gerne für seine Gesundheit im Winter?

Während Kälte sicherlich einige positiven Effekte auf uns haben kann, sollte man nicht den Stress vergessen, den ein solcher Stimulus bewirken kann. Dass wir häufig noch im Büro sitzen, während es draußen im Winter dunkel ist, kann auch nicht jeder vermeiden. Was ist mit Schichtarbeitern? Was also tun?

Was unser Körper braucht, sind eigentlich zwei Dinge. Ein klares Signal, mit dem er arbeiten kann, und/oder möglichst wenig weitere Belastung durch andere Stressoren, damit er sich in Ruhe um sich selber kümmern kann. Während eine saisonale Ernährung sicherlich ihren Sinn besitzen kann, sollte auf jeden Fall das gekauft werden, was den Körper nicht zu sehr durch Giftstoffe jeglicher Art belastet und ihm die Nährstoffe gibt, die er braucht, um gut zu leben. Kaufen wir regionale Nahrungsmittel und legen Wert auf gute Qualität, leisten wir unserem Körper einen großen Dienst, für den er dankbar ist. Wir sollten unser Leben nicht nach unserer Ernährung richten, sondern stets zusehen, dass wir in jeglicher Situation eine passende Entscheidung für unser Leben finden können. Hat man ein wenig die Spielregeln verstanden, kann man viel öfter frei der Schnauze nach entspannen.

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